Codes und Symbole erkennen
Zahlen, Runen und Kleidungsmarken richtig einordnen
19. September 20266 Minuten Lesezeit
Rechtsextreme Gruppen nutzen Zeichen, die nach außen harmlos wirken. Wenn du sie kennst, erkennst du früh, womit du es zu tun hast.
Warum überhaupt Codes?
Viele eindeutig nationalsozialistische Symbole sind in Deutschland verboten, geregelt in Paragraf 86a StGB. Die Szene weicht deshalb auf Zeichen aus, die juristisch nicht angreifbar sind, innerhalb der Gruppe aber jeder versteht.
Das hat zwei Zwecke: Man erkennt sich gegenseitig, und Außenstehende sollen nichts merken.
Genau deshalb ist Wissen hier so wirksam. Ein Code funktioniert nur, solange er unbemerkt bleibt.
Zahlencodes
Zahlen stehen für Buchstaben, nach ihrer Position im Alphabet.
- 88 ist der achte Buchstabe, zweimal. Also „HH“, der Hitlergruß als Grußformel.
- 18 steht für die Initialen von Adolf Hitler.
- 28 verweist auf eine in Deutschland verbotene Organisation.
- 168:1 bezieht sich auf einen rechtsterroristischen Anschlag in den USA mit 168 Toten. Die 1 steht für den Täter.
Achtung bei Trikotnummern, Geburtsjahren und Hausnummern: Nicht jede 88 ist ein Code. Auf den Zusammenhang kommt es an.
Runen und alte Zeichen
Germanische Runen sind erstmal historische Schriftzeichen und nicht per se rechtsextrem. Entscheidend ist, wie sie benutzt werden.
Die Schwarze Sonne zum Beispiel hat keine belegte alte Tradition. Sie stammt aus einem Bodenmosaik in einer SS-Burg und wird heute international von Rechtsextremen verwendet, unter anderem von Attentätern.
Die Frage ist also immer: In welchem Zusammenhang taucht das Zeichen auf? Wer trägt es, und zusammen mit was?
Kleidung und Marken
Einzelne Marken wurden von der Szene gezielt besetzt, teilweise gegen den ausdrücklichen Willen der Hersteller. Manche Firmen haben mit klaren Distanzierungen reagiert und Händler ausgeschlossen, die in die Szene liefern.
Ein Kleidungsstück allein beweist gar nichts. Es ist höchstens ein Anlass, genauer hinzuschauen.
Wie du damit umgehst
- Nicht sofort urteilen. Ein Zeichen kann Zufall sein, Unwissen oder eine Provokation ohne Überzeugung dahinter. Gerade bei Jüngeren ist es oft Letzteres.
- Auf den Zusammenhang achten. Kommt mehr dazu? Sprache, Musik, Freundeskreis, Verhalten?
- Ansprechen, wenn es sicher ist. Eine ruhige Frage wirkt oft besser als eine Konfrontation vor Publikum.
- Vorfälle festhalten. Datum, Ort, was genau passiert ist, wenn möglich ein Foto.
- Hilfe holen. Mobile Beratungsstellen unterstützen kostenlos und vertraulich, auch an Schulen.
Wenn es um eine Straftat geht, gilt: Deine Sicherheit zuerst. Im Notfall die 110.
- Symbole
- Codes
- Paragraf 86a
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